Jun 11 2026
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Konflikte sind kein Fehler im System: Sarah plant in der Villa wirklich den nächsten Schritt ihrer Konfliktlotsen-Ausbildung
In der Villa wirklich arbeiten Menschen mit ganz unterschiedlichen Kompetenzen unter einem Dach. Heute geben wir einen Einblick in das, was hier entsteht: Sarah Kolls, Coach und Mitmieterin der Villa wirklich, bildet gemeinsam mit dem Empathie Institut Leipzig Konfliktlotsen aus. In diesem Beitrag erzählt sie, was diese Ausbildung mit Menschen macht und warum die nächsten Schritte dafür genau hier geplant wurden. Übrigens: Die Räume, in denen solche Ideen wachsen, kannst du auch mieten.
Um zu schauen, wie so eine Konfliktlotsen-Ausbildung genau aussehen kann, treffe ich mich heute mit dem Gründer des Empathie Institutes in Leipzig, mit Benjamin Jauer. Nicht zum ersten Mal, aber diesmal, um etwas, das schon funktioniert, bewusst größer zu denken.
Zuletzt getroffen haben wir uns in Görlitz. Dort haben wir zum ersten Mal gemeinsam Konfliktlotsen ausgebildet, Menschen, die lernen, in ihrem direkten Umfeld zu vermitteln, zu deeskalieren und Konflikte nicht wegzudrücken, sondern durchzuarbeiten. Was dabei passiert ist, hat uns beide überrascht. Nicht die Methode. Sondern das, was diese Ausbildung mit den Teilnehmenden gemacht hat.
Konflikte sind kein Randthema, sie sind das Herzstück
In Unternehmen wird Konflikt oft behandelt wie ein Fehler im System. Dabei ist er das Gegenteil: ein Signal. Friedrich Glasl hat neun Eskalationsstufen beschrieben, von der anfänglichen Spannung ("Wir sehen das unterschiedlich") bis hin zur Zerstörung um jeden Preis. Die meisten Konflikte in Teams stecken irgendwo auf Stufe 2 bis 4 fest: Debatten werden persönlich, Koalitionen bilden sich, der eigentliche Sachinhalt geht verloren. Hier ist genau der Moment, in dem interne Konfliktlotsen den Unterschied machen, bevor HR eingeschaltet wird, bevor Vertrauen dauerhaft beschädigt ist.
Was Glasls Modell so wertvoll macht: Es zeigt, dass Konflikte sich entwickeln. Sie eskalieren nicht von allein, sie werden eskaliert, oft durch gut gemeinte, aber falsche Reaktionen. Und genau das lässt sich lernen.
Was eine Ausbildung verändert
Was wir in Görlitz beobachtet haben: Die Teilnehmenden kamen rein mit dem Ziel, Techniken zu lernen. Sie gingen raus mit einem anderen Blick, auf Konflikte, auf sich selbst, auf ihre Kolleginnen und Kollegen. Plötzlich war eine angespannte Situation nicht mehr "der nervige Kollege", sondern ein System unter Druck. Das klingt wie eine kleine Verschiebung. Es ist eine enorme.
Und der Effekt auf die mentale Gesundheit ist nicht zu unterschätzen: Wer Konflikte einordnen, benennen und begleiten kann, erlebt sie nicht mehr als Bedrohung. Das senkt Stress. Dauerhaft.
Was wir jetzt vorhaben
Wir wollen das, was in Görlitz gewachsen ist, in Unternehmen tragen. Mit einem klaren Konzept: Ausbildungsbausteine, die in bestehende Strukturen passen, ein Format das sowohl für Einzelpersonen als auch für Teams funktioniert, und ein Ansatz, der Konfliktkompetenz nicht als Krisenmanagement versteht, sondern als Präventionskultur. So wie es in Görlitz auch die Krankenkasse gesehen hat und die ganze Ausbildung als BG Maßnahme finanziert.
Dafür haben wir uns getroffen. In der Villa wirklich. Weil das der richtige Ort dafür ist.
Wenn dich das Thema bewegt, melde dich gern. Oder schau direkt auf meiner Seite: www.SarahKolls.de/ausbildung
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